17cm Variante

„Nahrung für Geist und Seele“ - 40 Jahre Kulturvermittlung an Tiroler Schulen

„Die musisch-kreative Bildung gehört wesentlich zu einer umfassenden Persönlichkeitsentwicklung, und die Förderung des kulturellen Bewusstseins ist schon ab frühester Jugend von großer Bedeutung. Um jungen Menschen einen lustvollen und selbstverständlichen Zugang zu Kunst und Kultur zu ermöglichen, ist es wichtig, dass es entsprechende Angebote gibt, die sich explizit an ein junges Publikum richten,“ stellte die Amtsführende Präsidentin des Landesschulrates und Landesrätin für Kultur, Dr. Beate Palfrader, anlässlich einer Pressekonferenz in der NMS Müllerstraße, Innsbruck, am 20. Oktober 2014 fest. „Genau das bietet die Tiroler Kulturservicestelle unserer Schuljugend – von der Volksschule bis zur Matura und vom Arlberg bis Osttirol.“


Vor 40 Jahren hatte der damalige Kulturlandesrat und Amtsführende Präsident des Landesschulrates, Fritz Prior, die zukunftsträchtigen Idee zur Gründung der Tiroler Kulturservicestelle (TKS), die beim Landesschulrat angesiedelt wurde. Was im Schuljahr 1974/75 mit einigen wenigen Veranstaltungen begonnen hat, ist im Laufe der folgenden Jahrzehnte zu einem dichten Netz von Veranstaltungen geworden. Dieses in Österreich einzigartige Erfolgsmodell ist damit längst zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Tiroler Schulwesens geworden. Kunst und Kultur sind Nahrung für Geist und Seele und für junge Menschen ebenso wichtig wie die Vermittlung von Wissen, Kenntnissen und Fähigkeiten, die sie ebenfalls an unseren Schulen erfahren.


Die TKS hat im vergangenen Schuljahr durch ihre Tätigkeit 2.746 Beiträge zu direktem Kontakt der Schuljugend mit Kunst und Kultur geleistet. Damit wurden pro Unterrichtswoche rund 72 Mal Kulturschaffende direkt in die Tiroler Klassenzimmer gebracht, was durchschnittlich nahezu 14,5 Einsätze pro Schultag entspricht und womit rund 65.000 Schüler/innen erreicht wurden.


Das Modell beruht auf folgenden bewährten Säulen und einer Neuerung in diesem Schuljahr:
Auf enger Kooperation zwischen dem Land Tirol und der Bundesbehörde Landesschulrat:
• das Land stellt einen Großteil der Finanzmittel zur Verfügung – 200.000 Euro jährlich aus Mitteln der Kulturabteilung,
• der Bund stellt die personellen Ressourcen und die Infrastruktur – schlanke, effiziente Verwaltung mit zwei Lehrpersonen, die sich einen Dienstposten teilen und einer Sekretärin mit einem Beschäftigungsausmaß von 30 Stunden.
Auf zusätzlicher Finanzierung:
• die Tiroler Versicherung unterstützt als Hauptsponsor mit 15.000 Euro die Aktivitäten,
• die Schüler/innen entrichten den geringfügigen Selbstbehalt von 1,50 Euro, in Summe 96.000 Euro
• KulturKontakt Austria unterstützt die TKS mit 60.000 Euro.
Auf persönlichem Einsatz von Menschen aus der „Praxis“:
• die in der TKS tätigen zwei Lehrer unterrichten nach wie vor selbst und stehen daher mit beiden Beinen auf dem Boden der täglichen Schulpraxis,
• die Kulturschaffenden sind im wahrsten Sinne des Wortes Praktikerinnen und Praktiker der Künste, die sie vertreten und reisen teilweise von weit an, weil sie den direkten Kontakt zu den jungen Menschen schätzen und sich dadurch auch selbst bereichert fühlen.
Neuerung im Schuljahr 2014/15:
• die Lehrer/innen können das Jahresprogramm digital abrufen – dies brachte wesentliche Einsparungen an Papier- und Portokosten durch den Verzicht auf eine Aussendung,
• die Lehrer/innen können selbst die Veranstaltungswünsche online erfassen, die dann nach Zustimmung durch die Direktion bei der TKS einlangen – dieser Umstand wird in diesem Jahr die Zahl der Veranstaltungswünsche noch erhöhen,
• die Direktionen, die früher die Anmeldungen vornehmen mussten, werden entlastet.


Das Jahresprogramm für das Schuljahr 2014/15 umfasst 338 verschiedene Angebote mit rund 400 Kulturschaffenden und Medienexperten aus den Bereichen Literatur, Theater, Musik, Tanz, Bildende Kunst, Museumspädagogik, Medien und Sonderprojekte. Die Schulen können noch bis Freitag, 24. Oktober 2014, Veranstaltungswünsche bei der TKS anmelden.



Landesrätin Palfrader (Mitte) mit dem Team der Tiroler Kulturservicestelle - Prof. Klaus Machajdik, Prof. Kurt Arnold und Astrid Thöni (von rechts) - sowie Direktor Georg Grünewald (links) von der NMS Müllerstraße, an der die Pressekonferenz stattfand.