Film "Ein deutsches Leben"

Im Rahmen der Umsetzung der Gegenstände Geschichte und Politische Bildung sowie Religion und Ethik empfiehlt das Bundesministerium für Bildung den Besuch der Veranstaltung für Schüler und Schülerinnen ab der 10. Schulstufe.

Filmvorführungen für SchülerInnen "EIN DEUTSCHES LEBEN", Österreich 2016, Länge: 113 Minuten
Empfehlung zum Besuch des Films im Rahmen des Schulunterrichts in ausgewählten österreichischen Kinos
Geltung 2016/17

Thema:
Der Dokumentarfilm porträtiert das nach eigener Aussage „unpolitische Mädchen“ Brunhilde Pomsel, die während des Hitler-Regimes zwischen 1942 und 1945 als Stenotypistin für Reichs-Propagandaminister Joseph Goebbels tätig war. Zur Entstehungszeit des Films war Frau Pomsel 103 Jahre alt.

Kontaktdaten zur Buchung:
Die Buchung von Schulvorstellungen bitte direkt über den Verleiher Polyfilm
Stefanie Stejskal, Margaretenstraße 78, 1050 Wien
T. +43/1/581 39 00 20 F. +43/1/581 39 00 39 stejskal@polyfilm.at
Filmtipps für Schulen: www.cineclass.at
Information, Trailer und Unterrichtsmaterial finden Sie unter www.a-german-life.com

Im schulischen Kontext bietet der Film u.a. folgende thematische Anknüpfungspunkte: Nationalsozialismus, Politik, Zeitgeschichte, Gesellschaft, Verantwortung, Erinnerungskultur, ZeitzeugInnen, Selbstreflexion.

Inhalt:
Die Filmemacher Roland Schrotthofer, Olaf S. Müller, Christian Köres und Florian Weigensamer widmen Brunhilde Pomsels bewegtem Leben diese Dokumentation. Zwei Wochen haben sie die Aussagen der zu diesem Zeitpunkt 103 Jahre alten Frau in München in eindrucksvoll ausgeleuchteten Schwarz-Weiß-Aufnahmen festgehalten. Ihre Erinnerungen an eine unbeschwerte Jugend, ihre strengen Eltern, ihre erste Arbeit bei dem jüdischen Anwalt Goldmann, ihren Freund, der sie in allen Belangen als zu verspielt einstufte – Brunhilde Pomsel sieht sich selbst als eine unpolitische Randfigur, die die Nazigräuel erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in ihrem vollen Ausmaß mitbekommen haben will. Pomsel: „Nichts haben wir gewusst, es ist alles verschwiegen worden, und das hat funktioniert.“ Die beschönigten Aussagen der betagten Dame zu den politischen Ereignissen, ihrem Alltag im Rundfunk und ihrem Arbeitswechsel ins Propagandaministerium werden von den Filmemachern immer wieder durch kurze Amateuraufnahmen aus der Zeit, Propagandafilmausschnitte, US-Wochenschauen und US-Aufklärungsfilme kontrastiert. Der Film stellt die ZuschauerInnen vor die Frage: Wie hätte ich selbst gehandelt? Wäre auch ich verführbar gewesen? Er beleuchtet die Banalität des Bösen und kann eine Warnung aus der Vergangenheit an künftige Generationen sein.

Jugendschutz:
Eindrucksvoll gelingt es den Filmemachern die Erinnerungen der trotz ihres hohen Alters scharfsinnigen Zeitzeugin des Dritten Reichs einzufangen. Die rhetorischen Äußerungen Pomsels, die tendenziell die persönliche Eigenverantwortung in dieser Zeit herunterspielt, sind für interessierte ZuseherInnen irritierend. Eine eingehende Vorbereitung auf den Kinobesuch ist jedoch in Hinblick auf jene Archivaufnahmen notwendig, die die Befreiung der Gefangenen aus dem KZ Ebensee und die unmenschlichen Zustände im Warschauer Ghetto (Transport ausgemergelter Leichen auf Schubkarren, wahlloses Übereinanderhäufen von Toten in Massengräbern) zeigen. Hier sind eine sensible Heranführung durch die Lehrkraft und eine Nachbesprechung unabdingbar.
Freigegeben ab 14 Jahren.

Positivkennzeichnung:
als Diskussionsfilm ab 16 Jahren

Tipp:
Eine gekürzte Fassung (28 Min.) des Filmes ist für Schulen unter dem Titel „ICH BIN IMMER GUT WEGGEKOMMEN – Erinnerungen von Goebbels Sekretärin“ beim Medienservice des Bildungsministeriums erhältlich (Reg.Nr. 14171)
Nähere Informationen unter www.bmb.gv.at/medienservice